Fortsetzung zu :: Ein Licht am Ende des Tunnels?
Ich beschäftige mich aus aktuellem Anlass momentan sehr viel mit den Gegensätzen Hoffnung und Verzweiflung.
Ich kenne die Verzweiflung, ich habe sie schon oft gefühlt. Verzweiflung fühlt sich für mich so an, als würde ich auf einem Bettlaken mit Knoten über einem Abgrund hängen. Und mit jedem Zweifel der aufkommt, verschwindet ein weiterer Knoten (den man vielleicht als Hoffnungsfunken bezeichnen könnte). Und wenn es zuviele Zweifel werden, so dass irgendwann alle Knoten weg sind, dann rutsche ich ab, falle runter in den Abgrund (oder halt in das Loch, wie man so sagt).
Ich dachte, ich würde auch die Hoffnung gut genug kennen. Aber mir ist klar geworden, dass ich nicht viel über sie weiß. Vielleicht wusste ich mal mehr und kann nur momentan nicht auf dieses Wissen zugreifen.
Im letzten Monat ging es mit G.K.’s Gesundheit auf und ab, meiner Ansicht nach gings mehr abwärts als aufwärts (das ist der aktuelle Anlass, den ich oben meinte). Jedenfalls gibts immer wieder Zeiten der Hoffnung abwechselnd mit Zeiten der Verzweiflung. Und ich habe den Eindruck bekommen, dass Hoffnung nur eine scheinbar realitätsfremde Phase (Illusion) ist, die vor der Enttäuschung und schließlich vor der Verzweiflung kommt. Seitdem hab ich jedesmal Angst, wenn es wieder Grund zur Hoffnung gibt, dass es wieder nur von kurzer Dauer ist und dass sie im Endeffekt wieder nur in Verzweiflung umschlägt.
Meine Fragen:

Ein Licht am Ende des Tunnels
- Ist Hoffnung mehr als eine realitätsfremde Phase bzw. Illusion?
- Ist Hoffnung mehr als positives Denken?
- Braucht man zum Hoffen wirklich einen Grund bzw. Ansatzpunkt, oder funktioniert das wie beim Glauben?
- Was bedeutet der Spruch „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ und kann das ein Grund sein, um zu hoffen und das in einer Zeit, in der es sonst keinen Grund gibt?
- Vor der Verzweiflung Angst zu haben finde ich normal, vor der Hoffnung Angst zu haben, finde ich anormal, wie werde ich diese Angst wieder los?



* Ist Hoffnung mehr als eine realitätsfremde Phase bzw. Illusion?
Hoffnung ist Leben. Wer nicht mehr hofft ist tot. Nur: die Hoffnung darf nicht zum verzweifelten Klammern werden. Offen bleiben, vertrauen das alles gut kommt. Hoffnung beschäftigt sich mit dem, was man sich wünscht. Was man sich wünscht ist bereits Realität im Geistigen! Nichts ist realer, als das was man sich wünscht! Was man sich wünscht ist keine Illusion. Krankheit ist eine Illusion, nicht aber die Gesundheit.
* Ist Hoffnung mehr als positives Denken?
Positives Denken allein hat keine Kraft. Man „muss“ fühlen, dass man bereits hat, was man sich wünscht. Kraftvolle Hoffnung ist sowas wie Vertrauen. Vertrauen in die eigene Kraft.
* Braucht man zum Hoffen wirklich einen Grund bzw. Ansatzpunkt, oder funktioniert das wie beim Glauben?
Was meinst Du mit Grund oder Ansatzpunkt? Und wie funktioniert für Dich Glaube?
* Was bedeutet der Spruch “Die Hoffnung stirbt zuletzt.” und kann das ein Grund sein, um zu hoffen und das in einer Zeit, in der es sonst keinen Grund gibt?
Der Spruch bedeutet, dass in jedem eine Kraft ist, die leben will, geniessen will, lieben und geliebt werden will! Darum stirbt die Hoffnung zuletzt, weil jeder, auch in der schlimmsten Situation, irgendwo noch hofft oder wünscht, dass es gut kommt.
* Vor der Verzweiflung Angst zu haben finde ich normal, vor der Hoffnung Angst zu haben, finde ich anormal, wie werde ich diese Angst wieder los?
Angst ist nicht natürlich. Auch wenn hier Psychologen etwas anderes behaupten würden. Du hast nicht Angst vor der Hoffnung, sondern davor, wieder verletzt zu werden. Wer Angst hat, zieht gerade das an, wovon er sich fürchtet. Richte Deine Aufmerksamkeit auf das, was Dir Freude macht. Wenn Du merkst, dass Du Dich wieder mit Problemen oder der Angst oder negativen Dingen beschäftigst, dann richte Deine Aufmerksamkeit auf das, was Dir ein gutes Gefühl gibt. Das ist der ganze Trick zur Heilung.
Liebe Grüsse!
Barbara
Liebe Barbara,
danke für deine ausführliche Antwort =)
Ja, du hast Recht, Hoffnung ist Leben. Das ist mir aufgefallen, nachdem ich kürzlich angefangen habe jeden Tag mit einem Bild, einer Beschreibung und einer Metapher aufzuzeichnen. Tage ohne Hoffnung sind wie eine Wüste, verdörrtes Brachland, Tage voller Hoffnung sind wie ein saftiges Grün, eine schöne Wiese, auf der ich herumtolle.
Stimmt, was man sich wünscht, ist bereits da, denn die Gedanken haben die Macht der Schöpfung und Gestaltung der Realität. Schon eigenartig, dass ich das immer in solchen Phasen, in denen es mir nicht gut geht irgendwie zu vergessen scheine.
Mhm…
Positives Denken ist, wie wenn ich sage „Alles wird gut“
Hoffnung ist, wie wenn keine Worte notwendig wären, weil mein Gefühl mir schon sagt, dass alles gut wird.
Und wenn ich dann daran denke, dass Nichts im Leben ohnen einen Grund dafür geschieht, ohne seinen Sinn, dann kann ich sogar sagen „Alles ist gut“ und und weil ich hoffe, dass das wahr ist, kann ich es sogar fühlen.
Bzgl. Grund zur Hoffnung: Nehmen wir mal das Beispiel mit meinem Bekannten G.K. und seinem schlechten Gesundheitszustand. Wenn die Aussichten schlecht sind, tu ich mir schwer zu hoffen. Wenn es gute Nachrichten gibt (dass er eine bestimmte Therapie bekommt oder dass irgendwas besser geworden ist), dann fällt es mir leichter. Sowas mein ich als Grund, also einfach irgendwas Positives. Weil dann gibts nen Grund zum Hoffen und dann kann ich die Hoffnung nicht einfach so als Illusion abtun.
Der Glaube funktioniert ohne Beweise, ich brauch keinen solchen Grund um zu glauben. Wenn ich eine Tablette noch nicht kenne und ich glaube trotzdem an ihre Wirkung, dann glaube ich doch ohne Beweis.
Nein, warte… Gib es überhaupt einen Unterschied zwischen glauben und hoffen?
Glaube ist Vertrauen
Glaube ist fühlen können, dass es wahr ist, was man glaubt.
Hoffnung ist Vertrauen
Hoffnung ist fühlen können, dass es Realität ist, was man sich erhofft.
Nein, ich brauche keinen Grund um zu hoffen,
die Hoffnung ist mein Grund, um weiterzuhoffen.
Wenn ich hoffe, dann ziehen meine Gedanken genau das Erhoffte an,
da ich das weiß, kann ich darauf vertrauen, dass es wirklich geschieht,
wenn ich vertraue, dann glaube ich.
Was ich fühle, wenn ich hoffe, vertraue, glaube,
das ist mein Grund, mein Beweis.
Gefühle sind überzeugender, als irgendwelche Gehnisse es je sein könnten.
Hoffnung, Vertrauen, Glaube – das schöpfe ich aus mir selbst,
es kommt nicht zu mir in Form eines Grundes oder Beweises,
nur das Fühlen ist da, das ist genug… und Gefühle kommen von mir selbst
Hoffnung, Vertrauen, Glaube
ich selbst SCHÖPFE sie… aus mir… ich ERSCHAFFE sie!
Und weil Gefühle Realität sind,
ist es auch Realität, dass alles gut ist.
Meine Gedanken und Gefühlen sind Werkzeuge zur SCHÖPFUNG,
mit ihnen ERSCHAFFE ich meine Realität,
es fängt an mit den Gedanken,
und dann kommen die Gefühle,
dann ist es schon Realität.
Es kommt gar nicht drauf an, dass es gut läuft im Leben,
wichtig ist nur, dass ich das Beste aus Allem mache,
wichtig ist nur, dass ich gut zurecht komme.
Das Beste ist schlichtweg, dass ich meine Realität so erschaffe, dass sie gut für mich ist.
Dazu gehören Hoffnung, Vertrauen und Glaube.
Wenn ich etwas hoffe, dann vertraue ich darauf,
wenn ich darauf vertraue, dann glaube ich es,
wenn ich es glaube, dann LEBE ich es!
Ich hoffe, dass alles gut ist, wie es ist,
ich vertraue darauf, dass alles gut ist, wie es ist,
ich glaube, dass alles gut ist, wie es ist.
Genau so lebe ich und es ist wirklich alles gut, wie es ist.
Die Hoffnung stirbt zuletzt…
ein weiser Spruch…
Solange ich lebe, hoffe ich,
dann das ist die Schaffenskraft,
die mir ein gutes Leben schenkt.
Erst wenn ich aufhöre zu leben,
werde ich aufhören zu hoffen.
jetzt verstehe ich ihn,
dank dir!
Weißt du, was mir jetzt gerade ein gutes Gefühl gibt?
Das hier!
Nochmals vielen Dank für deinen ausführlichen, sowie weisen Kommentar!
Dank dir hab das Wissen wieder erweckt, das scheinbar irgendwo gut versteckt geschlummert hat!
Dank dir hab ich aus der Dunkelheit zurück zur Sonnenseite des Lebens gefunden!
*umarm*
Viele leuchtende Sonnenstrahlen-Grüßlis an dich!
Sunny
[...] liebe Barbara, dafür, dass du mir erklärt hast, was Hoffnung [...]